Bericht: Mut entwickeln ‒ Selbstwertgefühl gewinnen

An einem strahlend schönen Novembersonntag trafen wir uns mit unseren Hunden auf dem Hundeplatz. Heute war mutig sein und mutig werden angesagt ‒ nur zu gut, dass unsere Vierbeiner davon nichts wussten…!

Nach der Begrüssung von Ruth und Marlen gings gleich an die erste Aufgabe: eine unverhoffte Begegnung mit einem Leintuchgespenst!
Danach gab es einen ersten Theorieteil, in dem wir von der Verknüpfung von Erfolgserlebnissen und Selbstwertgefühl – jawohl, auch in der Hundewelt! – erfuhren.

Als nächstes war Balancieren angesagt: Einmal gings über die Wippe, einmal über die Brücke. Mit mehr oder weniger zureden, unterstützen und vormachen schafften es alle Hunde, auf die andere Seite zu kommen.

Bereits gestärkt von den Erfolgserlebnissen, gings an die nächsten Aufgaben: Einen Dummy aus aufgetürmten Autopneus holen. Unsere Vierbeiner überlegten sich verschiedene Strategien: Pneus runterreissen? Sich untendurch buddeln? Oder drauf klettern? Doch lieber Mami fragen? Oder Papi? Oder sich einfach wegschnüffeln?

Sämtliche Strategen holten ihren Dummy, wenn auch nicht alle auf dem Weg, den sie üblicherweise eingeschlagen hätten.

Die nächste Aufgabe war, einen in ein Tuch eingewickelten Dummy aus einer Plane aus einer Röhre zu ziehen. Was kompliziert zu lesen ist, war für die Hunde auch recht kompliziert umzusetzen. Während sich einige Hunde wagemutig auf die Plane stürzten, warteten andere auf den einen oder anderen Tipp, um ans Ziel zu gelangen.

Zwischen den Praxisteilen gab es jeweils kurze Theorieteile, in denen Ruth und Marlen uns zum Thema, aber auch von den gemachten Beobachtungen berichteten und sich die Hunde etwas erholen und das Gelernte verarbeiten konnten.

Nächste Runde: Der Dummy steckt weit oben im Zaun, vor dem Zaun liegt ein Stapel Pneus, zu denen eine Gitterrampe führt und auf denen ein wackeliges Brett liegt.

Wie kommt nun der Hund zum Dummy? Nicht unbedingt auf dem direktesten Weg, auch diesmal wurde weggeschnüffelt, gebellt, um Hilfe gebeten, gejammert, die bewährten Verhaltensmuster angewandt und neue ausprobiert, um schliesslich ans Ziel zu gelangen.

Fast zum Schluss kam die grosse Holzkiste in der Mitte des Platzes zum Zug, versehen mit einer Leiter und diversen Seilen. Es stellte sich den Hunden die schwierige Aufgabe, ihren Dummy aus der Kiste zu holen.
Dabei gab es tatsächlich verschiedene Möglichkeiten, ans Ziel zu gelangen. Durch die vielen Erfolgserlebnisse gestärkt, gaben die Hunde alles, auch wenn sich allmählich etwas Müdigkeit einstellte.

Dann das grosse Finale: Unter einer Plane inmitten diverser Geräte den Futterbeutel holen! Es brauchte noch einmal allen Mut, unter die Plane zu kriechen und nach dem Beutel zu suchen. Dafür gab es dann den verdienten Lohn für die hungrigen Mäuler.

Bei diesem Workshop lernten wir verschiedene Möglichkeiten kennen, unsere Hunde im Alltag gezielt zu fordern, gleichzeitig zu fördern und damit ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Bei einzelnen Hunden war schon auf dem Platz zu erkennen, wie sie an den Aufgaben wuchsen.

Gleichzeitig lernten wir auch (eingeschliffene) Verhaltensmuster sowohl des eigenen Hundes wie auch von uns selber kennen.

Wir profitierten von der persönlichen Betreuung und der grossen Erfahrung von Ruth und Marlen und genossen nicht nur das wunderbare Herbstwetter sondern auch die fröhliche Stimmung.

Mögen sich unsere Hunde in Zukunft vermehrt ans Motto von Pippi Langstrumpf halten: «Das habe ich noch nie versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe.»

Eveline und Dani mit Chuma

Mehr Bilder gibt es beim Klick auf die Foto:

 

Ruth Spielmann
Hundeerziehungsberaterin
ND®-Instruktorin
NHB-Fachperson
Treibball-Trainerin

Mobile: +41 79 745 13 49
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