Via Victoria Dogs

Hundewiese

Was immer noch viele Hundehalter nicht wissen, dass ihre Hunde auf der Hundewiese nicht spielen. Fremde Hunde oder erwachsene Hunde spielen nur sehr selten miteinander. Sie klären ihre Position.

Auf der Hundewiese wird unkontrolliert und wild durcheinander gerannt, gejagt, gerempelt, gepöbelt und gemoppt. Und das Schlimmste daran ist, dass ihre Halter einfach zusehen. Sie können oder wollen die Körpersprache und Signale ihrer Hunde nicht richtig lesen.

Es ist viel schöner und entspannter für die Menschen, sich zu unterhalten und mal «abzuschalten». Ein gemeinsamer Spaziergang mit dem Hund ist aufwendiger in ihren Augen, obwohl er, wenn er gut strukturiert ist, mehr für die Bindung zwischen Hund und Halter tun würde.

Die Hunde lernen auf der Hundewiese, dass ihre Menschen sie nicht Schützen und/oder zusehen, wie sie alleine Situationen regeln dürfen und müssen. Mal ehrlich... würden wir das unseren Kindern auf einem Spielplatz «antun»?

Der Hund ist ein Rudeltier, welches sich wohlfühlt, wenn er sich an jemandem der Führungskompetent ist (Hund oder Mensch), orientieren kann und dieser Jemand für seine Sicherheit sorgt.

Wenn der Mensch also einfach zusieht, während der Hund eigene Entscheidungen trifft (treffen muss), bemerkt das der Hund sehr wohl und wird es auch in anderen Situationen tun. Daraus können z. B. Leinenaggressionen oder auch extrem unterwürfiges Verhalten entstehen. Beides ist weder für Mensch noch Hund besonders entspannend.

Viele werden jetzt sagen, dass ihr Hund sich aber jedes Mal wahnsinnig freut, zur Hundewiese zu gehen. Er zieht dort immer hin, auch wenn er auf der Gassirunde Hundekumpels sieht, wedelt er mit der Rute.

Aufregung ist nicht immer positiv, sondern auch extremer Stress. Stresshormone steigen an und der Hund ist schon in Erwartungshaltung, sich in den nächsten Kampf um die Rangordnung zu begeben. Er lernt, dass er bei Hundekontakt seinen Status klären darf. Bis sich Stresshormone im Körper abbauen, dauert es ziemlich lange.

Da gibt es dann noch die andere Seite, die besonders unterwürfigen Hunde. Sie haben gelernt, lieber allem aus dem Weg zu gehen und zu deeskalieren. Sie werfen sich immer gleich auf den Rücken und ihre Halter finden das ja «so niedlich». Auch das kann purer Stress für den jeweiligen Hund sein. Bei manchen sogar so schlimm, dass sie sich lösen vor Angst.

Natürlich sind die Hunde so oder so nach dem Besuch auf der Hundewiese erstmal platt und schlafen. Aber mal ehrlich... würden wir nach so einem Stress nicht auch erstmal eine Mütze voll Schlaf brauchen?!

Auch für Passanten, die an einer Hundewiese vorbei spazieren gehen wollen, kann es unschön werden, wenn ein Hund oder mehrere Hunde bellend und knurrend «nur mal hallo sagen» wollen und auf die Passanten zulaufen. Auch hier fühlen sich einige Hundehalter nicht in der Pflicht, ihre Hunde zurückzurufen.

Bitte überlegt, ob ihr euren geliebten Hunden diesen Stress antun wollt.

Sucht euch doch lieber ein paar Hundekumpels, mit denen ihr erstmal einen strukturierten Spaziergang macht und erst dann einen kontrollierten Freilauf zulasst. So erfahren eure Hunde, dass ihr für sie alles regelt und ihnen Sicherheit gebt. So können sie auch mit euch den Freilauf geniessen.

Es gibt kein «die Regeln das unter sich» oder das dient zur Sozialisierung. Sowas funktioniert nur im eigenen Rudel. Auch Welpen haben dort nichts zu suchen. Ihre Halter sind oft der Meinung, «das muss er lernen». Wie schon beschrieben, lernt er dort meistens nichts Positives. Die Erziehung eurer Kinder überlasst ihr doch auch keinen Fremden, sondern klärt das innerhalb der Familie.

Verfasser unbekannt

Ruth Spielmann
Hundeerziehungsberaterin
ND®-Instruktorin
NHB-Fachperson
Treibball-Trainerin

Mobile: +41 79 745 13 49
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